Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen 2010 und 2011

Frauen verdienen im EU-Durchschnitt 18 Prozent weniger als Männer. In Deutschland sind die Gehaltsunterschiede nach Geschlecht sogar noch größer. Die BPW (Business and Professional Women) Germany startet daher eine Unterschriftenaktion für mehr Gerechtigkeit am Arbeitsplatz unter dem Namen "Equal Pay Day".

In Italien verdienen Frauen durchschnittlich 4,9 Prozent weniger als Männer. Das ist der beste Wert EU-weit ... Im Jahr 2010 zeigten sich nach wie vor deutliche Unterschiede bei der Bezahlung nach Geschlechtern. Deutschland macht im EU-Vergleich nur den 23. Platz.

01.
Italien
4,9 %
10.
Bulgarien
13,6 %
19.
Großbritannien
21,4 %
02. Slowenien
8,5 %
11. Irland
17,1 %
20. Zypern
21,6 %
03. Belgien
9,0 %
12. Schweden
17,1 %
21. Litauen
21,6 %
04. Rumänien
9,0 %
13. Spanien
17,1 %
22. Griechenland
22,0 %
05. Malta
9,2 %
14. Ungarn
17,5 %
23. Deutschland
23,2 %
06. Portugal
9,2 %
15. Dänemark
17,7 %
24. Niederlande
23,6 %
07. Polen
9,8 %
16. Frankreich
19,2 %
25. Österreich
25,5 %
08. Luxemburg
12,4 %
17. Finnland
20,0 %
26. Tschechische Republik
26,2 %
09. Lettland
13,4 %
18. Slowakei
20,9 %
27. Estland
30,3 %

Tabelle: Welt Online, März 2010

 

Die Gründe dafür sind vielfältig. Neben einer tradierten Rollenverteilung, die das Berufswahl- (z. B. Krankenschwester vs. KFZ-Mechaniker) und Erwerbsverhalten (z. B. Mutterschaftsurlaub und familienbedingte Teilzeitarbeit) von Frauen und Männern beeinflusst, spielen auch fehlende Infrastruktur wie Kindertageseinrichtungen und das derzeitig Alleinverdiener-Ehen fördernde Steuer- und Sozialversichungsrecht eine Rolle.

Bundesweit hat es zum Equal Pay Day am 21. März wieder zahlreiche Aktionen und Maßnahmen gegeben, die auf die bestehenden Entgeltunterschiede hinweisen und Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zum Handeln auffordern. Der Fokus lag auf den Rollenbildern, Titel der Aktion war deshalb "Mannsbilder? - Weibsbilder? - Neue Bilder!". Gefordert werden unter anderem der flächendeckende Ausbau von Kindergärten, die gleichmäßigere Aufteilung der Elternzeit und Verbesserungen im Steuer- und Sozialversicherungsrecht.